Auf vielen Rezeptseiten siehst du den Hinweis, dass ein Drink ein offizieller IBA-Cocktail ist. Hier erfährst du, was hinter der International Bartenders Association steckt, was ihre Liste bedeutet und wie du sie nutzen kannst.
Die International Bartenders Association
Die International Bartenders Association (IBA) ist der Dachverband nationaler Barkeepervereinigungen. Gegründet wurde sie 1951 im englischen Torquay von Verbänden aus mehreren europäischen Ländern, inzwischen gehören ihr Mitglieder aus vielen Ländern weltweit an. In Deutschland ist das zum Beispiel die Deutsche Barkeeper-Union. Die IBA fördert den Beruf des Barkeepers, bietet Ausbildung an und veranstaltet internationale Wettbewerbe, allen voran die World Cocktail Championships.
Was die offizielle Cocktailliste ist
Die IBA pflegt eine Liste offizieller Cocktails mit Standardrezepten. Der Zweck ist praktisch: Barkeeper bei Wettbewerben und in Barschulen auf der ganzen Welt sollen dasselbe meinen, wenn sie "Negroni" oder "Mojito" sagen. Für jeden Drink nennt die Liste die Zutaten mit Mengen, die Zubereitung und die Garnitur.
Derzeit ist die Liste in drei Kategorien aufgeteilt:
- The Unforgettables: historische Klassiker wie Negroni, Manhattan, Old Fashioned und Daiquiri.
- Contemporary Classics: weithin bekannte Drinks des 20. Jahrhunderts wie Margarita, Mojito, Caipirinha, Piña Colada und Cosmopolitan.
- New Era Drinks: neuere Kreationen, die sich international verbreitet haben, etwa Penicillin, Paper Plane und Tommy's Margarita.
Die IBA überarbeitet die Liste von Zeit zu Zeit. Manche Drinks kommen dazu, andere fallen weg, und Rezepte werden angepasst. Ein Drink, der vor zwanzig Jahren auf der Liste stand, ist heute vielleicht nicht mehr dabei, und manche Rezepte haben sich zwischen den Versionen verändert.
So liest du ein IBA-Rezept
Die IBA-Spezifikationen verwenden metrische Maße, du kannst sie also direkt mit einem metrischen Jigger nachmixen. Sie gelten für einen einzelnen Drink und setzen normale Barpraxis voraus: frischen Zitrussaft, Zuckersirup, sofern nichts anderes angegeben ist, und gutes Eis. Die Garnitur gehört zur Spezifikation, zu Hause darfst du sie aber als Vorschlag verstehen. Schmeckt ein Drink mit deinen Zutaten zu süß oder zu sauer, korrigierst du in Schritten von 5 ml, genau wie es ein Barkeeper tun würde. Denn Limetten, Sirupe und Spirituosen sind nie ganz gleich, und ein Rezept ist immer nur so gut wie die Zutaten, mit denen du es mixt.
Was die Liste nicht ist
- Nicht das einzig richtige Rezept. Viele hervorragende Bars machen ihren Daiquiri oder Martini anders. Die IBA-Spezifikation ist eine Referenz, kein Gesetz.
- Keine Rangliste. Ein Drink auf der Liste ist nicht besser als einer, der fehlt. Viele großartige Klassiker und viele regionale Lieblinge sind nicht dabei.
- Keine historische Quelle. Die Liste legt fest, wie Drinks heute gemacht werden. Wer wissen will, woher ein Drink kommt, sollte sich seine Geschichte ansehen und nicht seine IBA-Spezifikation.
Wie wir die Liste bei CocktailLexicon nutzen
Bei Drinks von der IBA-Liste folgen unsere Rezepte der offiziellen Spezifikation oder bleiben sehr nah daran. Wo die gängige Barpraxis abweicht, etwa bei der Zuckermenge oder der Wahl des Glases, erwähnen wir das in den Tipps oder Varianten. Die Mengen stehen in Millilitern, bei jedem Rezept kannst du auf Unzen umschalten.
Alle offiziellen Drinks findest du im Bereich IBA-Cocktails. Das ist ein guter Lernpfad: Wenn du dich durch die Unforgettables arbeitest, kennst du danach die meisten Techniken und Geschmacksfamilien, auf denen moderne Cocktails aufbauen.
Warum die Liste auch zu Hause hilft
Wenn du neu in der Cocktailwelt bist, ist die IBA-Liste ein gut gewählter Einstieg. Sie deckt jede wichtige Spirituose, jede wichtige Technik und viele Stile ab, von bitteren Aperitifs bis zu cremigen Drinks nach dem Essen. Außerdem erleichtert sie das Bestellen: In einer Bar irgendwo auf der Welt wird dir ein Barkeeper, der nach IBA-Standards gelernt hat, einen Negroni oder eine Margarita so mixen, dass du den Drink wiedererkennst.
Wie sich diese Drinks entwickelt haben, liest du in unserer kurzen Geschichte des Cocktails im Ratgeber.