Cocktails sind kleine Drinks mit kräftigen Zutaten, deshalb zählen kleine Unterschiede. 10 ml Limette zu viel machen einen ausgewogenen Daiquiri spitz, eine großzügige Hand beim Sirup macht ihn klebrig. Genaues Abmessen ist der einfachste Weg zu Drinks, die jedes Mal gleich gut schmecken. Hier erfährst du, welche Maßeinheiten dir begegnen, wie du sie umrechnest und welche Grundverhältnisse hinter den meisten Klassikern stecken.
Milliliter, Zentiliter und Unzen
Je nachdem, wo ein Rezept geschrieben wurde, nutzt es andere Einheiten:
- Milliliter (ml): Standard in den meisten Ländern und die Einheit, die wir bei CocktailLexicon verwenden.
- Zentiliter (cl): in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. 1 cl sind 10 ml, das klassische Barmaß mit 2 und 4 cl entspricht also 20 und 40 ml.
- Unzen (oz): in den USA üblich. Eine amerikanische Flüssigunze sind etwa 29,6 ml. In der Praxis rechnen Barkeeper mit 30 ml.
| Unzen | An der Bar gerechnet |
|---|---|
| 1/4 oz | 7,5 ml |
| 1/2 oz | 15 ml |
| 3/4 oz | 22,5 ml |
| 1 oz | 30 ml |
| 1 1/2 oz | 45 ml |
| 2 oz | 60 ml |
Das Runden spielt keine Rolle, solange du es bei allen Zutaten gleich machst, denn die Verhältnisse bleiben erhalten. Bei jedem Rezept auf unserer Seite kannst du zwischen ml und oz umschalten.
Kleine Mengen
- Dash (Spritzer): ein kurzes Schütteln aus einer Bitters-Flasche mit Spritzaufsatz. Von Natur aus ungenau, etwa 1 ml oder etwas weniger.
- Tropfen: ein einzelner Tropfen aus der Pipette, für sehr intensive Zutaten wie Salzlösung oder Tinkturen.
- Barlöffel: je nach Löffel etwa 3 bis 5 ml. Miss deinen einmal mit einem Messlöffel nach.
- Schuss: eine kleine, nicht abgemessene Menge, meist Soda oder Saft. Hier entscheidet dein Geschmack.
- Auffüllen: das Glas mit dem Filler auffüllen. Die Menge hängt von der Glasgröße ab.
Warum Abmessen wichtig ist
Frei einschenken sieht beeindruckend aus, aber auch erfahrene Barkeeper messen meistens ab. Spirituosen, Sirupe und Zitrussaft schmecken intensiv, und zwischen ausgewogen und unausgewogen liegen oft nur 5 ml. Ein Jigger mit Markierungen innen macht genaues Abmessen schnell. Halt ihn gerade, füll ihn bis zum Rand und gieß sauber aus.
Klassische Verhältnisse
Viele Drinks folgen wenigen Grundmustern. Wer sie kennt, versteht Rezepte besser und kann Drinks retten, die noch nicht ganz stimmen.
- Der Sour (2 : 1 : 1 oder 2 : 3/4 : 3/4): Spirituose, Zitrus, Süße. 60 ml Rum, 30 ml Limette und 30 ml Sirup sind ein traditioneller Ausgangspunkt. Viele Barkeeper bevorzugen 60 : 22,5 : 22,5 oder weniger Sirup als Saft für einen trockeneren Drink. Daiquiri, Whiskey Sour, Gimlet und Margarita (mit Orangenlikör als Teil der Süße) folgen diesem Prinzip.
- Gleiche Teile (1 : 1 : 1): Der Negroni (Gin, Campari, roter Wermut) und der Last Word (mit vier Zutaten zu gleichen Teilen) zeigen, wie einfach es sein kann.
- Spirituose und Wermut (2 : 1): Der klassische Manhattan nimmt zwei Teile Whiskey auf einen Teil roten Wermut. Beim Martini reicht die Spanne von etwa 2 : 1 bis zu sehr trockenen Versionen, bei denen das Glas nur mit Wermut ausgeschwenkt wird.
- Der Highball (1 : 3): ein Teil Spirituose auf etwa drei Teile Filler, zum Beispiel 50 ml Gin und 150 ml Tonic.
- Der Old Fashioned: etwa 60 ml Spirituose, 5 bis 10 ml Sirup und zwei oder drei Spritzer Bitters.
So rettest du einen Drink
- Zu sauer: 5 ml Sirup dazugeben.
- Zu süß oder flach: 5 ml Zitrussaft oder ein paar Tropfen Salzlösung dazugeben.
- Zu stark oder brennend: etwas länger rühren oder shaken, damit mehr Wasser hineinkommt, oder einen Schuss Wasser dazugeben.
- Zu schwach oder wässrig: Beim nächsten Mal kälteres, größeres Eis nehmen, kürzer shaken und das Glas vorkühlen.
Korrigier in kleinen Schritten und probier jedes Mal. Wenn dir deine Version schmeckt, schreib sie auf: Zitrusfrüchte und Sirupe schwanken, und deine Notizen machen den nächsten Drink schneller.
Ein guter Jigger ist das erste Werkzeug, das sich lohnt. Beim Barzubehör findest du passende Modelle, und in unserer Cocktail-Sammlung kannst du die Verhältnisse an den Klassikern ausprobieren.