Tonic, Soda, Ginger Beer und andere Filler

Im Highball füllt der Filler den größten Teil des Glases. Ein gutes Tonic oder Ginger Beer macht aus einem einfachen Zwei-Zutaten-Drink etwas Besonderes, ein schales oder zu süßes ruiniert selbst die beste Spirituose. Hier erfährst du, welche Filler es gibt, was sie unterscheidet und wie die Kohlensäure im Glas bleibt.

Sodawasser

Einfaches Wasser mit Kohlensäure, auch Club Soda genannt. Es verlängert einen Drink, ohne ihn zu süßen. Deshalb ist es der Filler für Tom Collins, Gin Fizz, Mojito, Americano und den Whisky Highball. Club Soda enthält meist etwas zugesetzte Mineralsalze und schmeckt dadurch etwas voller als normales Sprudelwasser. Ein kräftig sprudelndes Mineralwasser geht auch, stark mineralisierte Wässer schmecken im Drink aber salzig.

Tonic Water

Tonic Water ist Wasser mit Kohlensäure und Chinin, das ihm seine typische Bitterkeit gibt. Meist ist es mit Zucker gesüßt und mit Zitrusaromen abgerundet. Tonic hat eine lange Geschichte in den britischen Kolonien, wo Chinin gegen Malaria eingenommen und mit Gin und Zitrus gemischt wurde, damit es besser schmeckt. Heute gibt es viele Stile:

  • Klassisches Indian Tonic: deutlich bitter mit Zitrusnoten, die Allroundwahl für den Gin Tonic.
  • Light Tonic: weniger Zucker, trockener und schlanker im Geschmack.
  • Aromatisiertes Tonic: mit Kräutern, Blüten oder Gewürzen. Kombinier es mit einer eher schlichten Spirituose, damit sich die Aromen nicht beißen.

Tonic passt auch zu Campari, zu Wodka und zu weißem Wermut oder weißem Portwein als leichter Aperitif.

Ginger Beer und Ginger Ale

Die beiden werden oft verwechselt, schmecken aber sehr unterschiedlich:

  • Ginger Beer hat einen kräftigen Ingwergeschmack, ist oft trüb und bringt echte Schärfe. Es ist der Filler für Moscow Mule und Dark 'n' Stormy. Trotz des Namens sind die üblichen Limonaden-Varianten alkoholfrei.
  • Ginger Ale ist leichter, klarer und süßer, mit nur dezenter Ingwernote. Es passt zu Whisky-Highballs und zu Drinks, bei denen der Ingwer im Hintergrund bleiben soll.

Verlangt ein Rezept Ginger Beer, ersetz es nicht durch Ginger Ale. Dem Drink fehlt sonst die Schärfe, die ihn zusammenhält.

Cola

Cola bringt Süße, Würze und Karamell. Sie ist der Partner von Rum in der Cuba Libre (mit Limette) und ein wichtiger Teil des Long Island Iced Tea. Cola mit Rohrzucker schmeckt oft weniger klebrig als Varianten mit Maissirup, und ein frischer Spritzer Limette macht jeden Cola-Drink ausgewogener.

Zitronen- und Grapefruitlimonaden

  • Zitronenlimonade: süß und zitrisch, in manchen Longdrinks und Bowlen.
  • Bitter Lemon: Zitrone mit Chinin, irgendwo zwischen Tonic und Limonade. Gut zu Gin oder Wodka.
  • Grapefruitlimonade: bittersüß und in Mexiko der traditionelle Filler für die Paloma.

Schaumwein als Filler

Prosecco, Cava, Crémant und Champagner krönen viele Drinks, vom Aperol Spritz und Hugo bis zum French 75 und Kir Royal. Ein trockener Stil (Brut) passt meist besser als ein süßer, denn die anderen Zutaten bringen schon genug Zucker mit.

So bleibt die Kohlensäure im Glas

  • Alles gut kühlen. Kalte Flüssigkeit hält Kohlensäure besser. Bewahr Filler im Kühlschrank auf, nicht bei Zimmertemperatur.
  • Kleine Flaschen kaufen. Eine große Flasche verliert bei jedem Öffnen Kohlensäure. Kleine Flaschen mit 200 ml oder weniger sind ideal für ein oder zwei Drinks.
  • Das Glas mit Eis füllen. Ein volles Glas Eis hält den Drink kälter und schmilzt langsamer als ein paar einzelne Würfel.
  • Sanft eingießen. Glas schräg halten oder am Barlöffel entlang gießen, und den Filler immer zuletzt dazugeben.
  • Nicht kräftig rühren. Einmal sanft mit dem Barlöffel von unten nach oben heben reicht, um den Drink zu verbinden.
  • Kohlensäurehaltiges nie shaken. Füll es erst im Glas auf, nachdem du die übrigen Zutaten geshakt hast.

Wassersprudler und selbst gemachte Filler

Ein Wassersprudler ist für Sodawasser praktisch, solange du das Wasser vor dem Sprudeln gut kühlst. Warmes Wasser nimmt deutlich weniger Kohlensäure auf, und der Drink wird schnell schal. Manche machen auch Ginger Beer oder Tonic-Sirup selbst und füllen mit Soda auf. Selbst gemachte Varianten erlauben dir, die Süße genau zu steuern, machen aber mehr Arbeit und halten kürzer. Für die meisten ist ein gutes Produkt aus der Flasche deshalb die praktischere Lösung.

Weniger Zucker im Glas

Viele Filler enthalten mehr Zucker, als man denkt, besonders Cola, Ginger Ale und manche Tonics. Wenn dir ein Longdrink zu süß ist, misch den Filler halb und halb mit Sodawasser oder greif zu einer Light-Variante. Ein Spritzer frischer Limetten- oder Zitronensaft gleicht die Süße zusätzlich aus.

Mischverhältnisse

Für einen klassischen Highball ist ein Verhältnis von etwa 1 Teil Spirituose zu 3 Teilen Filler ein guter Ausgangspunkt, zum Beispiel 50 ml Gin und 150 ml Tonic. Ein kräftiger Filler wie Ginger Beer verträgt etwas mehr Spirituose, ein feines Tonic eher etwas weniger. Probier und pass das Verhältnis deinem Geschmack an.

Viele Filler schmecken auch pur hervorragend oder bilden die Basis für alkoholfreie Drinks. Bei den Zutaten siehst du zu jedem Filler alle passenden Rezepte, oder du stöberst direkt in allen Cocktails.