Barzubehör für zu Hause

Profibars sind voller glänzender Geräte, doch für die meisten klassischen Cocktails brauchst du erstaunlich wenig. Mit rund zehn Werkzeugen kannst du fast jedes Rezept auf dieser Seite mixen. Hier erfährst du, was jedes Werkzeug tut, worauf du beim Kauf achten solltest und womit du dir behelfen kannst, wenn es noch fehlt.

Die Grundausstattung

Shaker

Es gibt drei gängige Typen:

  • Boston-Shaker: zwei Becher aus Metall (oder ein Metallbecher und ein Glas), die ineinandergesteckt werden. Den nutzen die meisten Profis: groß, kühlt schnell, leicht zu reinigen. Du brauchst dazu ein separates Barsieb und etwas Übung beim Verschließen und Öffnen.
  • Cobbler-Shaker: dreiteilig, mit eingebautem Sieb und Kappe. Für Einsteiger leicht zu bedienen, aber der Deckel klemmt gern, wenn das Metall kalt wird, und die kleinen Sieblöcher sind langsam.
  • Französischer Shaker (Parisian): zwei Metallteile ohne eingebautes Sieb. Elegant und dicht, aber seltener zu finden.

Wenn du nur einen Shaker kaufst, nimm zwei beschwerte Edelstahlbecher. Im Notfall tut es auch ein großes Schraubglas.

Jigger (Barmaß)

Ein doppelseitiger Messbecher. Genaues Abmessen ist der größte Schritt vom mittelmäßigen zum guten Cocktail, denn schon ein paar Milliliter Limette oder Sirup verschieben die Balance. Am praktischsten sind metrische Jigger mit 20/40 ml, 25/50 ml oder 30/60 ml und Markierungen innen. Warum das so wichtig ist, liest du in unserem Ratgeber zum Abmessen.

Barlöffel

Ein langer Löffel mit gedrehtem Stiel zum Rühren. Durch die Drehung gleitet er leicht zwischen den Fingern, und er reicht bis zum Boden des Rührglases. Die Laffe fasst ungefähr 5 ml, je nach Modell etwas mehr oder weniger, und dient auch als Maß für kleine Mengen Sirup oder Likör. Mit der Rückseite schichtest du Drinks.

Barsiebe

  • Hawthorne-Sieb: ein flaches Sieb mit Metallspirale, das auf dem Shakerbecher sitzt und das Eis zurückhält.
  • Julep-Sieb: ein gelochtes, löffelförmiges Sieb für das Rührglas bei gerührten Drinks.
  • Feinsieb: ein kleines, konisches Sieb, das du unter das Hauptsieb hältst. Es fängt Eissplitter, Fruchtfleisch und Kräuterreste ab. Das nennt man doppelt abseihen, und es sorgt bei geshakten Drinks ohne Eis für eine glatte, saubere Textur.

Rührglas

Ein schweres Glasgefäß für gerührte Drinks wie Martini, Manhattan oder Negroni. Ein dicker Boden macht es standfest, ein Ausguss sorgt für sauberes Eingießen. Die untere Hälfte eines Boston-Shakers geht auch.

Zitruspresse

Frischer Saft ist bei guten Cocktails keine Kür, deshalb ist eine stabile Handpresse Pflicht. Die zangenförmige Presse mit zwei Griffen arbeitet schnell und presst den Saft, ohne zu viel bitteres Öl aus der Schale zu lösen. Für größere Mengen spart eine Hebelpresse oder eine elektrische Saftpresse Zeit.

Messer, Brett und Sparschäler

Ein kleines scharfes Messer und ein Schneidebrett für Zitrusscheiben und Spalten, dazu ein Sparschäler für Zesten. Eine gute Zeste ist ein Stück Schale mit möglichst wenig weißer Haut, denn die ist bitter.

Sinnvolle Ergänzungen

Stößel (Muddler)

Ein Stößel aus Holz oder Kunststoff, mit dem du Früchte, Zucker oder Kräuter im Glas oder Shaker andrückst. Du brauchst ihn für Caipirinha (Limette und Zucker) und Mojito (Minze, nur sanft). Meide lackiertes Holz, weil sich die Beschichtung abreibt. Zur Not tut es das Ende eines Kochlöffels.

Eiswerkzeug

Eisschaufel oder Eiszange für die Hygiene, Silikonformen für große Würfel und ein Stoffbeutel (oft Lewis Bag genannt) mit Holzhammer für Crushed Ice. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber über Eis im Cocktail.

Dasher-Flaschen und Zerstäuber

Kleine Flaschen mit Spritzaufsatz machen es leicht, Bitters und Tinkturen zu dosieren. Ein kleiner Zerstäuber ist praktisch, um ein Glas für den Sazerac mit Absinth oder für einen sehr trockenen Martini mit Wermut zu benetzen.

Standmixer

Für Frozen Drinks wie Frozen Daiquiri oder Piña Colada. Jeder kräftige Küchenmixer, der Eis zerkleinern kann, reicht aus.

Zestenreißer und Reibe

Für lange, spiralförmige Zesten und frisch geriebene Muskatnuss oder Zimt auf einem Flip oder Eggnog.

Qualität und Material

Edelstahl ist für fast alles das beste Material: Er reagiert nicht mit Zitrussaft, kühlt schnell und hält jahrzehntelang. Beschwerte Shakerbecher mit dickerem Boden stehen stabiler auf der Arbeitsfläche und schließen besser. Bei verkupferten oder vermessingten Werkzeugen solltest du vorsichtig sein, wenn die Beschichtung nicht lebensmittelecht und hochwertig ist, denn billige Überzüge reiben sich schnell ab. Beim Jigger lohnen sich gut lesbare Markierungen innen bei 10, 15 und 20 ml, weil viele Rezepte genau diese Zwischenmengen verwenden. Der Barlöffel sollte lang genug für dein Rührglas sein, üblich sind rund 30 cm, und eine glatte, geschlossene Spirale lässt sich leichter reinigen als eine offene.

Improvisieren ohne das passende Werkzeug

  • Kein Shaker: ein großes Schraubglas mit dichtem Deckel, mindestens zur Hälfte mit Eis gefüllt.
  • Kein Jigger: ein Satz Messlöffel (ein Esslöffel entspricht etwa 15 ml) oder ein Messbecher mit Milliliter-Skala.
  • Kein Rührglas: jedes stabile Glas oder der untere Teil deines Shakers.
  • Kein Feinsieb: ein kleines Teesieb macht genau denselben Job.
  • Kein Stößel: der Stiel eines Kochlöffels oder ein kleines Nudelholz.
  • Keine Zitruspresse: Halbierte Limetten lassen sich mit einer Gabel gut auspressen, das dauert nur länger.

Improvisiertes Werkzeug ist völlig in Ordnung, solange du genau abmisst und genug Eis verwendest. Das macht mehr aus als jedes teure Gerät.

Was du zuerst kaufen solltest

  1. Shakerbecher, Hawthorne-Sieb und Feinsieb
  2. Einen metrischen Jigger
  3. Einen Barlöffel
  4. Eine Zitruspresse
  5. Ein kleines Messer und einen Sparschäler

Mit diesem Set kannst du Sours, Longdrinks und die meisten gerührten Drinks mixen. Ein Rührglas und ein Julep-Sieb kommen dazu, sobald du regelmäßig Martinis und Manhattans rührst, ein Stößel, wenn du Mojitos und Caipirinhas machen willst. Alle Werkzeuge findest du beim Barzubehör, und bei jedem Rezept steht, was du brauchst.

Pflege

Spül Shaker und Siebe direkt nach dem Gebrauch aus, vor allem nach Drinks mit Sahne oder Eiweiß. Trockne Metallwerkzeug gut ab, damit keine Wasserflecken bleiben. Lagere Holzstößel trocken. Einen billigen Cobbler-Shaker, der nicht mehr dicht schließt, ersetzt du besser, denn ein undichter Shaker macht Dreck und verschwendet gute Zutaten.