Zucker macht aus saurem Zitrussaft und starker Spirituose einen ausgewogenen Drink. Im Cocktail kommt er fast immer als Sirup dazu, denn Kristallzucker löst sich in kalter Flüssigkeit schlecht. Sirupe sind billig, schnell gemacht und halten sich im Kühlschrank gut. Hier findest du die fünf wichtigsten, jeweils mit einfacher Anleitung.
Zuckersirup (1:1)
Der Standard für die meisten Rezepte auf dieser Seite, früher auch Läuterzucker genannt.
- Weißen Zucker und Wasser im gleichen Gewicht abwiegen, zum Beispiel 250 g Zucker und 250 g Wasser.
- Bei schwacher Hitze rühren, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Kochen muss es nicht.
- Abkühlen lassen, in eine saubere Flasche füllen und in den Kühlschrank stellen.
Es geht auch kalt: Zucker und Wasser in einem verschlossenen Glas schütteln, bis die Mischung klar ist. Zuckersirup hält im Kühlschrank etwa zwei Wochen. Wird er trüb, schütte ihn weg.
Reichhaltiger Sirup (2:1)
Zwei Teile Zucker auf einen Teil Wasser, nach Gewicht. Der sogenannte Rich Syrup ist süßer, du brauchst also weniger davon und verwässerst den Drink etwas weniger. Er hat eine seidigere Textur und hält länger, im Kühlschrank oft rund einen Monat. Verlangt ein Rezept normalen Zuckersirup, nimmst du vom 2:1-Sirup etwa zwei Drittel der Menge. Mit Demerara oder einem anderen Rohrohrzucker bekommt er eine Karamellnote, die gut zum Old Fashioned und zu Drinks mit gereiftem Rum passt.
Honigsirup
Reiner Honig ist zu zäh, um sich mit kalten Zutaten zu verbinden. Verdünn ihn mit warmem Wasser: Üblich sind 3 Teile Honig auf 1 Teil Wasser, manche Barkeeper nehmen 2:1 oder 1:1. Glatt rühren, abkühlen lassen, kalt stellen. Honigsirup süßt den Bee's Knees, den Gold Rush und den Penicillin, wo er mit Ingwer zusammenkommt. Der Honig selbst macht einen Unterschied: Ein milder Blütenhonig ist die sichere Wahl, kräftige Sorten wie Kastanienhonig können den Drink dominieren.
Grenadine
Echte Grenadine ist ein Granatapfelsirup und keine rote Zuckerlösung mit Kirschgeschmack. Viele Produkte im Handel enthalten wenig oder gar keinen Granatapfel. Selbst gemachte Grenadine schmeckt fruchtiger und weniger klebrig:
- 250 ml ungesüßten Granatapfelsaft sanft erwärmen.
- 250 g Zucker einrühren, bis er sich gelöst hat.
- Nach Belieben ein paar Tropfen Orangenblütenwasser für das Aroma dazugeben.
- Abkühlen lassen und kalt stellen. Hält etwa zwei Wochen.
Grenadine gibt Farbe und Frucht in Tequila Sunrise, Jack Rose, Shirley Temple, manche Versionen des Clover Club und viele Tiki-Drinks.
Orgeat (Mandelsirup)
Orgeat ist ein Mandelsirup, traditionell mit Orangenblüten- oder Rosenwasser parfümiert. Er bringt nussige Süße und eine cremige Textur und ist unverzichtbar für den Mai Tai, viele Tiki-Drinks und den Japanese Cocktail. Es gibt gute Produkte zu kaufen, aber eine einfache Version gelingt auch zu Hause:
- 200 g blanchierte Mandeln (leicht geröstet für mehr Aroma) mit 400 ml Wasser mixen.
- Eine Stunde ziehen lassen, dann durch ein Tuch abseihen und gut auspressen.
- In der Mandelmilch bei schwacher Hitze ungefähr das gleiche Gewicht Zucker auflösen.
- Einen kleinen Schuss Orangenblütenwasser und nach Wunsch etwas Wodka oder Brandy für die Haltbarkeit dazugeben.
Im Kühlschrank lagern und vor Gebrauch schütteln. Innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen aufbrauchen und wegschütten, sobald er säuerlich riecht.
Welcher Zucker?
Weißer Zucker süßt neutral und lässt den anderen Zutaten ihren Raum, deshalb ist er der Standard. Helle Rohrohrzucker wie Demerara oder Turbinado bringen sanfte Noten von Karamell und Toffee. Dunkler Muscovado ist sehr intensiv und eher sparsam einzusetzen, zum Beispiel in heißen Drinks. Brauner Zucker aus dem Supermarkt ist meist weißer Zucker mit zugesetzter Melasse und funktioniert zur Not auch. Egal, welchen Zucker du nimmst: Wieg Zucker und Wasser ab, statt nach Volumen zu messen, denn eine Tasse Zucker wiegt nicht dasselbe wie eine Tasse Wasser.
Warum Sirup statt Zucker?
Ein paar Drinks verwenden traditionell Zucker direkt. In der Caipirinha wird Kristallzucker mit der Limette gestampft, und die groben Körner helfen, das Öl aus der Schale zu lösen. Der Old Fashioned wurde ursprünglich mit einem Stück Würfelzucker gemacht, das mit Bitters und etwas Wasser zerdrückt wurde. In fast allen anderen Drinks ist Sirup praktischer: Er verbindet sich sofort, lässt sich genau abmessen und liefert jedes Mal dasselbe Ergebnis. Gerade wenn du mehrere Drinks hintereinander mixt, sparst du damit Zeit und Ärger.
Weitere Sirupe, die sich lohnen
- Agavendicksaft: leicht mit Wasser verdünnt, das Süßungsmittel im Tommy's Margarita.
- Ingwersirup: frischen Ingwer in Scheiben in Zuckersirup köcheln lassen oder frischen Ingwersaft mit Zucker mischen. Bringt Schärfe in den Penicillin und in alkoholfreie Longdrinks.
- Zimt-, Vanille- oder Gewürzsirup: die Gewürze in heißem Zuckersirup ziehen lassen, dann abseihen.
- Himbeersirup: frische Himbeeren kurz mit Zucker und Wasser aufkochen, dann abseihen. Traditionell im Clover Club.
Tipps zu Lagerung und Einsatz
- Nimm saubere Flaschen, am besten mit kochendem Wasser ausgespült, und schreib das Datum drauf.
- Sirupe gehören immer in den Kühlschrank.
- Ein kleiner Schuss neutraler Alkohol, etwa 15 bis 30 ml pro Flasche, verlängert die Haltbarkeit ein wenig.
- Miss Sirup genauso genau ab wie Spirituosen, 5 ml machen einen spürbaren Unterschied.
- Gekaufte Sirupe sind für den Anfang in Ordnung. Vergleich aber die Süße, sie sind oft süßer als ein selbst gemachter 1:1-Sirup.
Jeden Sirup findest du bei den Zutaten zusammen mit den passenden Rezepten. Bei alkoholfreien Drinks ist ein guter Sirup oft die Zutat, die den Unterschied macht, schau dafür auch bei unseren Mocktails vorbei.