Frische Säfte im Cocktail

Keine andere Umstellung verbessert Cocktails zu Hause so sehr wie frisch gepresster Zitrussaft. Limetten- und Zitronensaft aus der Flasche ist pasteurisiert oder konserviert und verliert die frische, aromatische Säure, die einen Daiquiri oder Whiskey Sour lebendig macht. Hier erfährst du, welche Säfte in Cocktails am häufigsten vorkommen, wie du das Beste aus ihnen herausholst und wie lange sie sich halten.

Limette und Zitrone: das wichtigste Paar

Limette und Zitrone liefern die Säure in der großen Familie der Sours. Austauschbar sind sie aber nicht in jedem Drink:

  • Limette ist schärfer und aromatischer, mit einer leicht bitteren Note. Sie ist Standard für Daiquiri, Margarita, Mojito, Gimlet, Caipirinha und die meisten Tiki-Drinks.
  • Zitrone ist runder und weicher. Sie ist die klassische Wahl für Whiskey- und Brandy-Drinks wie Whiskey Sour, Sidecar und Amaretto Sour und für Gin-Drinks wie Tom Collins, Bee's Knees und French 75.

Als grobe Richtschnur: Eine Limette gibt etwa 20 bis 30 ml Saft, eine Zitrone etwa 30 bis 45 ml, je nach Größe und Reife. Kauf lieber etwas mehr, als du zu brauchen glaubst.

So presst du richtig

  • Nimm Früchte mit Zimmertemperatur, sie geben mehr Saft als kalte Früchte direkt aus dem Kühlschrank.
  • Roll die Frucht vor dem Aufschneiden kräftig auf der Arbeitsfläche.
  • Schneide Limetten und Zitronen quer durch und leg sie mit der Schnittfläche nach unten in eine zangenförmige Handpresse.
  • Drück fest zu, aber verdreh die Schale nicht zu stark, sonst landet zu viel bitteres Öl im Saft.
  • Gieß den Saft durch ein feines Sieb, wenn du einen besonders klaren Drink ohne Eis servieren willst.

Wie lange frischer Saft hält

Zitrussaft verändert sich schnell. Limetten- und Zitronensaft sind am Tag des Pressens am besten. Viele Barkeeper finden, dass Limettensaft ein paar Stunden nach dem Pressen sogar etwas runder schmeckt, nach einem Tag wird er aber stumpf und leicht bitter. Bewahr den Saft kalt in einer verschlossenen Flasche auf und press für jeden Abend frisch. Orangen- und Grapefruitsaft halten etwas besser, schmecken frisch aber ebenfalls am besten.

Weitere Zitrusfrüchte

  • Orange: süßer und mit weniger Säure, sie verlängert eher, als dass sie säuert. Für Screwdriver, Tequila Sunrise, Mimosa und Blood and Sand.
  • Grapefruit: bittersüß und erfrischend. Für Paloma (oft mit Grapefruitlimonade), Hemingway Daiquiri und Salty Dog.
  • Blutorange: im Winter erhältlich, dunkler in der Farbe und mit einer leichten Beerennote.

Säfte jenseits der Zitrusfrüchte

Einige Klassiker brauchen andere Säfte, und hier sind gute Produkte aus der Flasche oft völlig in Ordnung:

  • Ananassaft: süß, tropisch und beim Shaken gut für einen leichten Schaum. Unverzichtbar für Piña Colada, Painkiller und viele Tiki-Drinks. Frisch gepresste Ananas ist großartig, ein guter ungesüßter Saft aus dem Karton funktioniert aber auch.
  • Cranberrysaft: herb und fruchtig, die Basis von Cosmopolitan, Sea Breeze und Cape Codder. Lies das Etikett, viele Produkte sind gesüßte Nektare und kein reiner Saft.
  • Tomatensaft: der Körper von Bloody Mary und Virgin Mary. Nimm einen dickflüssigen, gut gewürzten Saft.
  • Apfelsaft: Naturtrüber Apfelsaft gibt Longdrinks und vielen alkoholfreien Rezepten Körper.
  • Maracuja, Mango, Pfirsich: meist als Püree oder Nektar, etwa im Bellini (weißer Pfirsich) oder im Hurricane.

Wirf die Schale nicht weg

In der Schale stecken die duftenden Öle, und viele Drinks nutzen sie. Bevor du eine Zitrone oder Orange presst, schneid mit dem Sparschäler ein paar Streifen für Zesten ab. Wenn du eine Zeste über dem Drink ausdrückst (mit der Außenseite nach unten zusammenknicken, sodass das Öl über die Oberfläche sprüht), bekommen Martini, Negroni oder Old Fashioned ein deutlich frischeres Aroma. Wasch und trockne die Früchte vorher und kauf nach Möglichkeit unbehandelte Ware, denn die Schale landet ja im Glas.

Vorbereitung für Gäste

Wenn du für mehrere Leute mixt, press die Zitrusfrüchte ein bis zwei Stunden bevor die Gäste kommen, gieß den Saft durch ein Sieb und bewahr ihn in einer verschlossenen Flasche im Kühlschrank auf. Rechne mit etwa 20 bis 30 ml Zitrussaft pro Sour. So musst du am Abend nicht bei jedem Drink neu pressen und hast trotzdem frischen Saft.

Saft im Rezept ausbalancieren

Zitrusfrüchte sind unterschiedlich: Eine saftige Limette im Sommer kann milder sein als eine kleine, harte im Winter. Probier deshalb jeden fertigen Drink, bevor du ihn servierst. Ist er zu sauer, gib ein paar Milliliter Sirup dazu. Schmeckt er flach oder zu süß, hilft ein Spritzer Zitrus. Das klassische Sour-Verhältnis von zwei Teilen Spirituose, einem Teil Zitrussaft und einem Teil Sirup ist ein guter Ausgangspunkt, viele moderne Rezepte nehmen aber etwas weniger Sirup als Saft. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zum Abmessen und zur Balance.

Säfte ohne Alkohol

Frischer Saft ist auch die Grundlage guter alkoholfreier Drinks. Frischer Zitrussaft, etwas Sirup und Sodawasser oder Tonic ergeben einen besseren Mocktail als jedes süße Fertiggetränk. Ideen findest du bei unseren Mocktails, und bei den Zutaten siehst du zu jedem Saft alle Rezepte, in denen er vorkommt.