Die Hausbar Schritt für Schritt aufbauen

Eine gute Hausbar ist keine Wand voller Flaschen. Sie ist eine kleine, gut ausgewählte Sammlung, mit der du die Drinks mixen kannst, die dir wirklich schmecken, plus ein paar frische Zutaten, die du bei Bedarf kaufst. Wenn du sie Schritt für Schritt aufbaust, sparst du Geld und Platz, und jede Stufe bringt eine neue Gruppe von Rezepten dazu. Hier ist eine sinnvolle Reihenfolge. Pass sie deinem Geschmack an: Wenn du nie Whiskey trinkst, lass ihn weg.

Zwei Dinge sind wichtiger als die Zahl der Flaschen. Erstens Platz im Kühlschrank und im Gefrierfach: Frischer Saft, Wermut, Sirupe, Filler und vor allem Eis brauchen Kälte. Zweitens eine Handvoll verlässlicher Rezepte. Es ist besser, fünf Drinks richtig gut zu mixen, als vierzig Flaschen zu besitzen und die meisten einmal im Jahr zu öffnen. Fang mit den Drinks an, die du in Bars ohnehin bestellst, und bau von dort aus weiter.

Schritt 1: die frischen Grundlagen

Bevor du weitere Flaschen kaufst, sorg dafür, dass du die drei Zutaten parat hast, die in den meisten Rezepten vorkommen:

  • Frische Limetten und Zitronen, am selben Tag gepresst.
  • Zuckersirup aus gleichen Teilen Zucker und Wasser (siehe unser Ratgeber zu Sirup).
  • Gutes Eis, mehr, als du zu brauchen glaubst.

Damit und mit einer einzigen Spirituose kannst du schon einen Sour mixen: Mit Rum wird es ein Daiquiri, mit Gin ein Gimlet (mit Limette) oder ein Gin Sour, mit Whiskey ein Whiskey Sour.

Schritt 2: zwei oder drei Basisspirituosen

Nimm die Spirituosen, die du gern trinkst. Ein vielseitiger Einstieg sieht so aus:

  • London Dry Gin: für Gin Tonic, Tom Collins, Gimlet und später Martini und Negroni.
  • Heller Rum: für Daiquiri, Mojito und Cuba Libre.
  • Bourbon oder Rye Whiskey: für Whiskey Sour, Old Fashioned und Manhattan.

Magst du lieber Agave, bringt dir ein Blanco-Tequila aus 100% Agave Margarita, Paloma und Tommy's Margarita. Wodka ist praktisch für Moscow Mule, Cosmopolitan und Espresso Martini.

Schritt 3: Bitters

Eine Flasche Angostura Bitters kostet wenig und hält sehr lange. Du brauchst sie für Old Fashioned und Manhattan, und sie gibt vielen anderen Drinks Tiefe. Orange Bitters sind eine gute zweite Flasche.

Schritt 4: Filler

Halte ein paar kleine Flaschen Sodawasser, Tonic und Ginger Beer im Kühlschrank bereit. Damit wird aus jeder Spirituose ein Longdrink: Gin Tonic, Moscow Mule, Dark 'n' Stormy, Cuba Libre (mit Cola), Whisky Highball. Kleine Flaschen bleiben spritzig, große werden schal.

Schritt 5: die ersten Modifier

Jetzt kommen die Flaschen, die aus einfachen Drinks Klassiker machen:

  • Orangenlikör (Triple Sec): Margarita, Sidecar, Cosmopolitan.
  • Roter Wermut: Manhattan, Negroni, Americano.
  • Trockener Wermut: Martini.
  • Campari: Negroni, Americano, Boulevardier.

Denk daran: Wermut ist Wein und gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank. Kauf kleine Flaschen, wenn du ihn selten brauchst.

Schritt 6: nach Lieblingsdrinks erweitern

Ab hier entscheiden deine Lieblingsrezepte. Magst du Sours, besorg dir Honigsirup und probier den Bee's Knees. Reizen dich Tiki-Drinks, kommen dunkler oder jamaikanischer Rum, Orgeat und Ananassaft dazu, für Mai Tai und Painkiller. Für bittere Drinks lohnt sich ein Amaro oder Aperol. Für Klassiker aus dem goldenen Zeitalter machen Maraschino und grüne Chartreuse Aviation und Last Word möglich.

Eine gute Faustregel: Kauf eine neue Flasche erst, wenn du mindestens zwei oder drei Rezepte hast, die du damit mixen willst.

Schritt 7: Garnituren und Extras

  • Orangen und Zitronen für Zesten
  • Frische Minze für Mojito und Mint Julep
  • Gute Cocktailkirschen für den Manhattan
  • Oliven für den Martini
  • Feines Salz für den Margarita-Rand und eine Prise in Sours
  • Eier für schaumige Sours wie Whiskey Sour oder Pisco Sour, wenn du diese Textur magst

Was du nach jedem Schritt mixen kannst

Nach SchrittBeispiele
1 und 2Daiquiri, Gimlet, Whiskey Sour, Mojito
3Old Fashioned
4Gin Tonic, Moscow Mule, Cuba Libre, Tom Collins
5Margarita, Manhattan, Martini, Negroni, Sidecar
6Mai Tai, Aviation, Last Word, Paper Plane

Was du am Anfang nicht kaufen solltest

  • Aromatisierten Wodka und Trendliköre: Sie kommen in wenigen Rezepten vor, und eine frische Zutat macht den Job meist besser.
  • Große Flaschen von Produkten, die du selten brauchst: Einen Liter Likör, von dem du jeweils 10 ml brauchst, hast du jahrelang im Schrank, und das Aroma lässt irgendwann nach.
  • Fertigen Sour Mix: Frischer Zitrussaft und Zuckersirup schmecken viel besser und kosten weniger.
  • Sehr teure gereifte Spirituosen zum Mixen: Die genießt du besser pur.

Eine alkoholfreie Ecke

Eine Hausbar sollte auch Gäste bedienen, die keinen Alkohol trinken. Frische Zitrusfrüchte, ein paar Sirupe, Ginger Beer, Tonic und Sodawasser ergeben schon ausgezeichnete Mocktails. Wenn du mehr Tiefe willst, ist ein alkoholfreier Aperitif oder eine bittere Limonade eine gute Ergänzung. Wie du ohne Spirituose eine gute Balance hinbekommst, erklärt unser Ratgeber zu alkoholfreien Drinks.

Eine kleine Karte für Gäste

Wenn Besuch kommt, musst du nicht alles anbieten. Drei Drinks reichen völlig: ein erfrischender Longdrink, ein Sour und eine gerührte oder alkoholfreie Variante. Wähl Rezepte, die sich Zutaten teilen, dann brauchst du weniger Flaschen und weniger Vorbereitung. Gin Tonic, Daiquiri und Negroni zum Beispiel kommen mit Gin, Rum, Campari, rotem Wermut, Tonic, Limetten und Zuckersirup aus. Press den Saft kurz vorher, stell genug Eis bereit und kühl die Gläser vor, dann kannst du den Abend genießen, statt die ganze Zeit hinter der Theke zu stehen.

Richtig lagern

  • Spirituosen: aufrecht, verschlossen, fern von Wärme und Sonnenlicht. Sie halten jahrelang.
  • Liköre: ähnlich wie Spirituosen, Sahneliköre gehören nach dem Öffnen aber in den Kühlschrank.
  • Wermut, Sherry und andere Produkte auf Weinbasis: Kühlschrank, innerhalb weniger Wochen aufbrauchen.
  • Sirupe und Säfte: Kühlschrank, mit Datum auf der Flasche.

Unter Meine Bar hakst du ab, was du schon hast, und siehst, welche Rezepte heute Abend möglich sind. Bei den Zutaten findest du jedes Produkt mit allen Drinks, in denen es vorkommt, und was du an Werkzeug brauchst, steht beim Barzubehör.